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Hallo Disney, hier ist Deborah

22. Juni 2017 von

Diese Abbildung aus einem mittelalterlichen Manuskript stellt Maria dar, die den Teufel boxt
Diese Abbildung aus einem mittelalterlichen Manuskript stellt Maria dar, die dem Teufel einen Schlag versetzt

Mücken sind eine Scheußlichkeit der Natur. Jetzt, wo es warm genug geworden ist, bevölkern wir wieder unseren kleinen Garten hinter dem Haus: Ich im Liegestuhl und die Kinder auf dem Rücken liegend auf dem noch nicht ganz trockenen Boden. Wir alle saugen uns voll mit Vitamin D.

Mit einer der letzten Ausgaben des Outdoor-Magazins schlage ich nach den kleinen Plagegeistern, die dieses unschuldige sommerliche Idyll stören. Zwischen zwei Hieben fällt mir ein Artikel auf: „10 Wege, um Mädchen Mut beizubringen“. Meine Tochter hat vor Kurzem wieder Geburtstag gehabt und das Thema war immer wieder in meiner Gedankenwelt aufgetaucht. Der Artikel drehte sich um Caroline Paul. Ich habe ihr Buch „The Gutsy Girl“ nicht gelesen, aber es muss einige gute Ratschläge enthalten.

„Wie Eleanor Roosevelt einmal gesagt haben soll: ‚Tue jeden Tag etwas, wovor du Angst hast.“

„Niemand stellt den Mut einer Mutter infrage, wenn sie ihre Kinder beschützt. Aber ist es nicht seltsam, dass wir Frauen ansonsten keinen Mut zuschreiben? Wenn Mädchen von klein auf lernen, Mut so wichtig zu finden, wie das bei Jungs ist, dann werden sie auch gut darin werden… Mut ist gelernt.“

Ich schaue meiner Tochter dabei zu, wie sie zu ihrem liebsten Baumhaus hochklettert und freue mich über die Bestätigung aus meinem Magazin: „In der freien Natur zu sein schafft Selbstbewusstsein und –vertrauen, um besser durch die Teenagerzeit hindurchzukommen, und es wirkt sich bis ins Erwachsenenalter einer Frau aus. Der Natur ist es egal, wie man aussieht oder ob man beliebt oder nett ist. Wichtig ist, dass man gelernt hat, mit anderen zusammenzuarbeiten.“

Während ich darüber nachdenke, fällt mir auf, wie in den letzten Monaten ein Gewirr von Themen aufgewirbelt wurde, das nicht sehr vielversprechend aussieht. Das Extrem sind tobende feministische Aktivist*!innen, die schwören, das „Patriachat zu pulverisieren.“ Andererseits gibt es die nachvollziehbare Empörung über ungleiche Gehälter für Männer und Frauen und Skandale über sexuelle Belästigung und Degradierung von Menschen zu Sexobjekten. Es gibt eine wachsende Resonanz zu Margaret Atwoods Vision der wilden und seelenlosen Kräfte von Gilead in Der Report der Magd. Ich bezweifele, dass irgendjemand wirklich eine solche Unsicherheit haben möchte, und ich mache mir Sorgen darüber, während ich darüber nachdenke, ob ich unserer Tochter nicht eindeutigere, bestätigendere Vorbilder zeigen kann.

Kürzlich hatten wir mit ihr darüber gesprochen, wie es mit vernünftigen weiblichen Vorbildern aussieht. Im Moment sind Moana, Mulan und Pocahontas die Spitzenreiter, aber Königin Esther taucht auch auf ihrer Liste auf, immerhin die Retterin ihres Volkes im Alten Testament. Meine Frau hat die bebilderte Bibelausgabe gefunden, die sie als Heranwachsende sehr gerne gemocht hatte, und während wir uns von vorne nach hinten durcharbeiteten, fanden wir einige großartige, aber oft übersehene Beispiele von starken Frauen: Die Standfestigkeit von Abigail, die ihre Familie vor dem sicheren Ruin bewahrte (1. Samuel 25) und der Mut der Prophetin Deborah, die Israel vor dem Beginn der Königsherrschaft leitete (Richter 4-5). Und Jael, na gut, also das mit dem Pflock war ziemlich übel (Richter 4).

Da ist die Treue, die Rut zu ihrer israelitischen Schwiegermutter zeigt, als sie sagt: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der Herr tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.“ (Rut 1) (Und wenn wir schon davon reden sich zu engagieren: Rut bekommt ihr eigenes Buch in der Bibel, genau wie Esther.)

Soll ich weitermachen? Da ist die Ausdauer von Hannah, die ihren lange ersehnten Sohn Samuel für Gott hergibt (1 Samuel 1), die Prophetin Anna, die Gott Tag und Nacht im Tempel dient und Tabita, deren gelebter Glaube und Nächstenliebe ihre gesamte Nachbarschaft umgekrempelt hat (Apostelgeschichte 9).

Phöbe hat Paulus geholfen: „Ich befehle euch unsere Schwester Phöbe an, die im Dienst der Gemeinde von Kenchreä ist, dass ihr sie aufnehmt in dem Herrn, wie sich's ziemt für die Heiligen, und ihr beisteht in jeder Sache, in der sie euch braucht; denn auch sie hat vielen beigestanden, auch mir selbst.“ (Römer 16) Und Lydia aus Thyatira, die von Paulus getauft worden war und ihn dann bei sich aufnahm (Apostelgeschichte 16). Die Liste wird immer länger: Die christliche Gemeinde wuchs und verbreitete sich und Frauen spielten eine wesentliche Rolle in ihr.

Ich schaue meiner Tochter zu, die mittlerweile ziemlich weit oben im Baum ist und mutig von Ast zu Ast klettert. Ich weiß, dass sie für ihre Zukunft den Mut braucht, den die Frauen in der Bibel hatten, hoffentlich allerdings keine Pflöcke. Die Sonne scheint durch das grüne Blattwerk, und mit fällt ein anderer Vers ein, den eine Frau in unserer Gemeinde oft zitiert: „Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.“ (Jakobus 1,27)

Das sollte für jede*!n eine ziemlich klare Anweisung sein, besonders das mit dem sich unbefleckt halten. Die Mücken werden immer lästiger. Jetzt ist Schluss mit der Schreiberei!

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