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Ohne Gewalt

13. Juli 2017 von

Foto von gewalttätigen G20-Gegnern, die vermummt durch Hamburg laufen und Autos anzünden
Gewalttätige G20-Gegner ziehen am 7. Juli 2017 vermummt durch Hamburg

Die Bilder aus Hamburg sind verstörend. Sie zeigen einen vom Ungeist der Selbstgerechtigkeit beseelten, entfesselten Mob. Die Brutalität und die Zerstörung, an die wir uns auf unseren Bildschirmen schon längst gewöhnt hatten, ist plötzlich zu uns gekommen. Aus dieser Nähe hat glücklicherweise nur eine kleine Minderheit Verständnis für Leute, die Steinplatten und Brandsätze auf Menschen schleudern.

Mich hat das alles an einen Artikel erinnert, den ich vor einigen Jahren in den Händen hielt: „Gegen Blut und Gewalt“ von Eberhard Arnold. Anlässlich des Mitteldeutschen Aufstandes von 1921 schreibt er:

„Mögen andere ihre Aufgabe darin erblicken, die staatlichen Ordnungen mit mörderischen Mitteln aufrecht zu erhalten. Mögen andere sich berufen glauben, für das Proletariat, für die Zukunft der Gerechtigkeit und des Friedens mit bluttriefender Faust zu kämpfen. … Wir haben einen Lebensinhalt, der tiefer gewurzelt ist.“

Es geht hier nicht um die Frage, wer Recht hat. (Die meisten Menschen glauben sich mit ihren Meinungen und Strebungen im Recht.) Es geht hier auch nicht um Handlungsanweisungen für den Staat oder die Polizei. Es geht um die Frage, wie Menschen, die Jesus nachfolgen, mit Gewalt umgehen sollen. Unsere Welt ist voller Zwang, Gewalt und Ungerechtigkeit. Wir müssen einen Weg finden, damit umzugehen, ohne vor unserer Verantwortung wegzulaufen, aber auch ohne selbst Teil der Gewaltspirale zu werden.

Im Glauben an Christus zu leben bedeutet aber, dass wir nicht auf eigene Wirksamkeit setzen, sondern von Gott allein alles erwarten. Also Quietismus? Nichts machen, Gott wird’s schon richten? Nein! Das ganze Leben einsetzen, um Jesus nachzufolgen. Dazu gehört: Gewalt nicht mit Gegengewalt beantworten, sondern aktiv mit Vergebung und Liebe. „Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese gottlose Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben.“ (Epheser 6,12)

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