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Die zehn wichtigsten Dinge, die wir als Familie gemeinsam machen

15. August 2019 von

Vor fast zwei Jahrzehnten, als mein Mann und ich unsere Reise als Eltern begannen, ermutigte uns ein weises älteres Ehepaar, unseren Kindern keine Dinge, sondern Zeit zu schenken. Diesem Ratschlag haben wir zu folgen versucht, als wir unsere drei Söhne großgezogen haben.

Jetzt, wo das Nest sich leert – unser Ältester ist gerade ausgezogen, um zu studieren und sein siebzehnjähriger Bruder geht bald ins Internat – kommt ein trauriges Gefühl in mir auf, auch wenn ich es nicht will. Ich frage mich, wohin die Zeit verschwunden ist.

Ich rede mir ein, dass es der Wechsel der Jahreszeit ist, dass wir „die Jungs“ großgezogen haben und sie jetzt loslassen können, dass alles in Ordnung sein wird – aber ich weiß, dass unser Zuhause und unsere Familie nie wieder so sein wird wie früher. (Und es wird nicht nur die Abwesenheit meiner Kinder sein, es werden auch die ungewöhnlich kleinen Wäschehaufen sein, die Fußböden ohne Matsch und die Töpfe voll Nudeln, die immer kleiner werden.) Das ist ein riesiges Eingeständnis von jemandem, der Veränderungen und die unvorhersehbaren Ereignisse des Lebens, Flexibilität und Spontaneität liebt. Aber so fühle ich mich gerade.

Norann und ihre Söhne sitzen auf der Motorhaube eines FahrzeugsDie Autorin mit ihren drei Söhnen

Deshalb habe ich in den letzten Wochen, die wir zusammen sind, jeden alltäglichen Moment, der eine Familie zu einer Familie macht, sehr geschätzt. Die Nachzügler in der Morgendämmerung, die widerstrebend doch noch aufstehen, morgendliche Umarmungen bei einer Tasse Kaffee, das Gebet am Frühstückstisch. Die Art, wie meine zwei Meter großen Teenager mit Metallspänen auf den Hemden und Öl auf ihren Händen von der Arbeit kommen und in meiner Küche herumlungern, um etwas zu essen, ein paar Worte zu wechseln und gemeinsam beim Abwasch zu lachen.

Sie werden natürlich immer meine Söhne sein. Aber ich wundere mich, wie sie, wo sie jetzt erwachsen werden, nicht zu wissen scheinen, dass sie neue Rollen als Beschützer und Unterstützer, Organisatoren und Tröster übernehmen werden.

Wie gut, dass wir unseren Kindern Zeit geschenkt haben, keine Dinge.

Aus einer Laune heraus bat ich meine Söhne, mir eine Liste ihrer zehn liebsten Familienaktivitäten zu machen, ohne sich gegenseitig abzusprechen. Es gab so viele Überschneidungen, dass ich sie zu einer einzigen Liste zusammengestellt habe. Wenn ich sie hier poste, dann nicht aus Nostalgie, sondern weil ich weiß, dass es unzählige andere Familien auf der ganzen Welt gibt, für die gerade die Ferien mit den Kindern zu Ende gehen und neue Abenteuer beginnen. Und ich würde mich freuen, wenn diese Liste auch nur eine Familie inspirieren würde, die am Anfang der Reise steht, die wir vor neunzehn Jahren begonnen haben. Gestern.

Es gibt natürlich keine Vorzeigefamilien. Und es ist wohl kaum überraschend, dass auch mein Mann und ich als Eltern und als Menschen viele Fehler gemacht haben, und wir wissen, dass wir auch in Zukunft haufenweise Gnade und Vergebung brauchen werden. Aber die Punkte auf dieser Liste erfordern weder Perfektion noch außergewöhnliches Talent. Vielmehr sind sie Beispiele für alltägliche, einfache Dinge, die wir Eltern tun können, und das fängt schon an, wenn unsere Kinder gerade erst geboren sind. Sie sind die Geschenke, die unsere Zeit schafft. Sie sind die alltäglichen, heiligen Räume, die absichtlich geschaffen wurden: am Lagerfeuer, unter Sternen, auf Sofas mit Büchern und an Wohnzimmertischen bei Mahlzeiten.

Die zehn wichtigsten Dinge, die wir als Familie gemeinsam machen

  1. Laut vorlesen
  2. Aktivitäten im Freien (Angeln, Jagen, Picknicken)
  3. Gemeinsames Abendessen
  4. Regelmäßige Familienlagerfeuer
  5. Oft Besuch von Freunden bekommen und mit ihnen essen, Lagerfeuer machen, Fußball spielen und Geschichten erzählen
  6. Familien-Karaoke und Mitsingen
  7. „Ich liebe dich“ und „Es tut mir leid“ sagen und sich umarmen
  8. Mit Papa und den Geschwistern Basketball, Fußball und andere Sportarten spielen
  9. Yabbies fangen (australische Süßwasserkrebse), Kaninchen züchten, immer Haustiere haben (Katzen, Kätzchen, einen Hund)
  10. Zusammen auf Mama und Papas Bett sitzen und plaudern, über Probleme reden, von ihren Kindheits- und Jugendabenteuern hören, sich auf die Zukunft freuen

Während ich die Listen durchlese, die meine Kinder zusammengestellt haben, und die einfachen Gemeinsamkeiten feststelle, danke ich für das Geschenk, dass ich, wenn auch unbeholfen, die Mutter dieser drei Söhne sein darf. Ich danke allen, die sie und uns auf unseren Wegen geleitet haben. Ich schaue mir ihre Listen an und lache, erinnere mich und fühle eine immense Dankbarkeit.

Wie gut, dass wir unseren Kindern Zeit geschenkt haben, keine Dinge.


Folge Norann auf Twitter bei @NorannV.

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Norann Voll

Norann Voll hat im New Yorker Hudson Valley gelebt, bis sie 2002 zum Danthonia-Bruderhof in Australien (New South Wales)...

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