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Von Katzen und Schlangen

10. Mai 2018 von

In diesem rauen Land, wo Schlangenbisse eine sehr reale und tödliche Möglichkeit sind, betrachten wir Katzen als unsere felligen Schutzengel. Sie schützen, patrouillieren, bewachen und verteidigen.

Als ich vor 20 Jahren heiratete, versprach ich meinem Mann, dass keine Katze je in unserem Haus leben würde. Er wusste, dass ich Katzen liebte. Ich wusste, dass er Katzen nicht ausstehen konnte. Ich ließ Lester, meinen alt gewordenen, orange getigerten Kater bei meinen Eltern zurück und lichtete die Anker, um in das Abenteuer unserer Ehe aufzubrechen. Ich hatte mich damit abgefunden, dass Lester die letzte Katze war, die ich geliebt hatte.

Authors son with their cat

Dann allerdings zogen wir nach Australien.

Unser ältester Sohn war zwei Jahre alt und sein Bruder erst zehn Wochen, als wir mit blinzelnden Augen die raue Weidelandschaft betrachteten, die unser neues Zuhause werden sollte. Innerhalb von Tagen hatte ich meine erste östliche Braunschlange gesehen und getötet – eine der gefährlichsten Schlangen der Welt. Ich ließ ihr keine Chance, als ich sie unter dem Kinderwagen dösen sah.

Das war die erste von vielen knappen Situationen gewesen. Fünf Jahre später gab uns Gott noch ein Baby – einen echten kleinen blonden Australier, geboren im Lucky Country an einem wunderbaren Regentag. Jetzt stimmte mein Mann mir zu, dass Gott, obgleich allmächtig und allwissend, vielleicht ein bisschen Unterstützung von uns fordern würde, um unseren kleinen Schatz sicher zu bewahren.

Also holten wir uns eine Katze.

Vom Moment ihres Ankommens betrachtete Simba unseren dritten Sohn als ihre persönliche Aufgabe. Sie wuchs mit ihm zusammen auf, weigerte sich, draußen von seiner Seite zu weichen und kuschelte sich jede Nacht in seinem Bett ein. Sie weckte uns bei jedem Fieber und jeder Hustenattacke unseres Sohnes auf und kümmerte sich um alle Schlangen, die in die etwa 5 bis 10 Meter breite Sicherheitszone um „ihre Jungs“ herum eindrangen.

Nach ungefähr neun toten Schlangen haben wir aufgehört, Simbas Erfolge zu zählen. Sie hat generell Kinder beschützt, nicht nur unsere, sondern überhaupt Kleinkinder in der Nachbarschaft. Seit Simbas Ankunft gab es keine Diskussionen mehr, ob unser Haus das Zuhause einer Katze sein sollte oder nicht. Simba war der Anfang, gefolgt von Hobbes I und Hobbes II (der hübschen grauen Katze, die regelmäßig auf meinem Twitter-Feed) auftaucht, Lyon, der sich nur räkelte und süß aussah und schließlich Ashokan, die noch ein kleines Kätzchen war, als sie uns ihre erste tote Schlange brachte.

Frauen und Schlangen liegen schon seit langem im Clinch. (1 Mose 3,15) Ich freue mich auf den Tag, an dem das nicht mehr so sein wird: Wenn das Friedensreich, das der Prophet Jesaja kommen sah, hier Wirklichkeit geworden ist. Bis dahin werde ich meinen Katzen danken und mit ihren Erfolgen angeben. Ich weiß, was meine Familie ihnen verdankt.

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Über den Autor

Norann Voll

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Norann Voll hat im New Yorker Hudson Valley gelebt, bis sie 2002 zum Danthonia-Bruderhof in Australien (New South Wales)...

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