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Die Essenz von Ostern

29. März 2018 von

abraham with isaac

Ostern ist das höchste Fest im Christentum. Jesus, Gottes Sohn, hat unter uns gelebt, wie es der Prophet Jesaja vorhergesagt hat: „Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt…“ (Jes 9,5) – aber um zu sterben und dann von den Toten aufzuerstehen!

Deswegen feiern wir Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag und bringen unseren Kinder de Bedeutung nahe. Millionen von Gläubigen auf der ganzen Welt befolgen ein Kaleidoskop verschiedener und wunderschöner Osterbräuche.

Nichts gegen Bräuche und Traditionen, aber wie können wir den Kern von Ostern erfassen und unseren Kindern vermitteln? Wie können wir zur Essenz von Ostern vordringen?

Erlebnisse von Essenz sind kostbar: Ein Damaskus-Erlebnis oder eine unvergessliche Kindheitserinnerung. Für mich ist das Ostergeschehen durch unzählige Eindrücke und Erlebnisse zu einer dauerhaften Wirklichkeit in meinem Herzen geworden, aber eines überragt alle anderen bei Weitem:

Ich war fünf Jahre alt, und mein Vater hatte uns Kinder um sich versammelt, um uns eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen, wie er es oft machte. An dem Tag war es Kapitel 22 aus dem ersten Buch Mose, wo Gott Abraham aufträgt, seinen langerwarteten Sohn Isaak zu opfern. Kinder wissen wenig oder nichts über solche Opfer (zumindest wusste ich nichts), und das Geschehen war zunächst spannend: Früh aufstehen, Feuerholz auf den Esel laden, drei Tage lang unterwegs sein und schließlich den Berg besteigen, den Gott Abraham gezeigt hatte.

Abraham trug Isaak auf, das Holz zu tragen, während er selbst den Feuerbehälter und das Messer trug. „Feuer und Holz haben wir – aber wo ist das Lamm für das Opfer?“ fragte Isaak seinen Vater. „Gott wird schon dafür sorgen, mein Sohn!“ antwortete Abraham. Als sie den Gipfel des Berges Morija erreicht hatten, errichtete Abraham einen Altar und schichtete das Holz darauf auf. Er fesselte seinen Sohn Isaak und legte ihn oben auf den Holzstoß. Dann zog er sein Messer hervor, um seinen Sohn zu töten.

Ich kann immer noch den Kloß in meinem Hals spüren, diesen Knoten aus ungläubigem Entsetzen, der mir den Atem raubte und mein Herz rasen ließ, als mich meine Fantasie in Isaaks Situation versetzte und mich auf die kalte, stählerne Klinge starren ließ. Abraham, der Vater, der so viele Jahre auf Isaak gewartet hatte, war dabei, seinen einzigen Sohn zu töten! Ich konnte es nicht fassen. Ich hatten meinen Vater unendlich lieb – so etwas würde er nie tun! Ich war verstört, während ich auf die dramatische Illustration in der Kinderbibel schaute und so in meinem Schrecken versunken, dass ich gar nicht hörte, wie der Engel rief: „Abraham, Abraham! Leg das Messer beiseite und tu dem Jungen nichts! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott gehorsam bist – du hättest deinen einzigen Sohn nicht verschont!“ Abraham schaute sich um, und sah einen Schafsbock, der sich mit seinen Hörnern in einem Dickicht verfangen hatte. Er nahm ihn und opferte ihn anstelle seines Sohnes.

Als ich aufblickte, sah ich, wie mein Vater mich voll Liebe und Mitgefühl ansah. Mein Blick war ein einziges Fragezeichen. Mein Vater verstand: „Mein Sohn, Gott hat Abraham auf die Probe gestellt. Liebt er Gott wirklich mehr als alles andere? Würde er Gott um jeden Preis gehorchen? Es war die härteste Prüfung aller Zeiten – mit einer Ausnahme. Das war, als Jesus, Gottes einziger Sohn, auf die Erde kam, um für jeden für uns zu sterben.“

Die Essenz von Ostern ist Jesus. Er ist alles – Leben, Tod und Auferstehung.

Mir wurde klar, dass Jesus der Schafsbock ist, mit seinen Hörnern gefangen im Dickicht all unserer Fehler und Sünden. Er ist das Opfer anstelle von Isaak, oder mir – oder Dir. „Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. Gott hat nämlich seinen Sohn nicht zu den Menschen gesandt, um über sie Gericht zu halten, sondern um sie zu retten.“ Johannes 3,16-17

Jetzt begann ich, Ostern zu verstehen: Den Verrat, das Verhör, die Geißelung, die Verspottung, das schwere, raue Kreuz, die Nägel durch Hände und Füße, die Wunde in der Seite, die Gottverlassenheit, die bittere Galle, die Dunkelheit, der schändliche Tod, die Grablegung – und schließlich die herrliche Auferstehung.

Die Essenz von Ostern ist Jesus. Jesus ist das Leben. Das Leben besteht aus Blut, Atem und Geist. Das Blut ist Gottes Opfer, der Atem ist die Auferstehung und der Geist ist die Wiederkunft Christi. Jesus ist alles – Leben, Tod und Auferstehung.


J. Heinrich Arnold ist Vater, Großvater und Seelsorger, außerdem Arztassistent, Lehrer und Musiker. Er lebt auf dem Woodcrest-Bruderhof in Rifton, New York. Er twittert unter @JHeinrichArnold. Kommentare

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