XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX" width="0" style="display:none;visibility:hidden">

Jesusnachfolge

Nachfolge • Geistliches Leben • Gebet
Gütergemeinschaft • Glaube • Umkehr

Jesusnachfolge

Drei Überlegungen zu Christen in der Gesellschaft

26. Oktober 2017 von

Zwei fantastische Blog Posts über die Rolle von Christen in der Gesellschaft haben kürzlich meine Aufmerksamkeit erregt. Zuerst schreibt Brian Zahnd in Postkarte von Babylon:

Amerika ist viele Dinge. Es ist eine Nation, eine Kultur, ein Weltreich und eine Religion. Als Nation und Kultur kann Amerika oft respektiert, bewundert und gefeiert werden. Aber als Weltreich und Religion ist Amerika ein Rivale Christi. Einer der Gründe, warum es so schwer ist, in Amerika Christus nachzufolgen ist, dass wir versuchen, Menschen für Christus zu gewinnen, die schon gründlich für eine rivalisierende Religion gewonnen wurden. Man kann entweder unter der herrschenden Philosophie eines „Amerika zuerst“ leben oder man kann zuerst nach dem Reich Gottes trachten, aber beides zusammen geht nicht.

Unter anderem sind es Zahnds Gedanken über Geschichte bei seiner Beschreibung des ersten Petrusbriefs (oder –postkarte), die einen zum Nachdenken bringen:

Es war eine kniffelige Sache, in politischen Sinn römischer Bürger zu sein, tatsächlich aber als Bürger des Reiches Christi zu leben. Den Alltag im römischen Reich zu bewältigen und gleichzeitig Christus vollkommen treu zu sein, hieß, schwere Entscheidungen treffen zu müssen, die unausweichlich auch zu Leid führten. Deswegen ist „Treue im Leid“ das Thema, das sich durch Peters Postkarte hindurchzieht. Das lehrt uns die Geschichte. Aber Geschichte ist eben nur die Erinnerung dessen, was schon passiert ist. Geschichte ist eine sichere Angelegenheit, sie ist gutartig und theoretisch. Geschichte können wir kennen, aber nicht leben.

Ja, wir können Geschichte ignorieren, wenn wir das wollen. Aber vergesst nicht die alte Leier dass, wer die Geschichte nicht kennt, dazu verdammt ist, sie zu wiederholen. Darum geht es auch in einem Blog Post von Jason Duesing:

Wenn ich an die Rolle der Täufer in der Reformation nachdenke, und an Baptisten heute, dass hilft mir Carlos M. N. Eires Einschätzung in seiner neuen Geschichte der Reformation, worin er schlussfolgert, dass die Täufer „ihrer Zeit voraus“ waren. Vielleicht waren sie für unsere Zeit bestimmt, insbesondere hinsichtlich ihres Eintretens für eine Trennung von Kirche und Staat und für Religionsfreiheit.
man laying bricks

„Für unsere Zeit bestimmt“! Was für eine Einsicht! Wer so leben möchte, wie Zahnd es beschreibt – als ein wahrer Bürger des Reichs Gottes inmitten eines Weltreiches – wird ziemlich gut damit fahren, sich die Täufer zum Maßstab zu nehmen. Aber warum beim Bewundern stehenbleiben? Die Täufer müssen ein konkretes Vorbild sein, ein Fundament, auch dem ein neues Leben aufgebaut wird. Eberhard Arnold dachte auch so, aber er ging noch weiter in der Geschichte zurück, bis zu der frühen Kirche. 1933 plädierte er dafür, sich nicht nur als der Politik, sondern auch aus den Amtskirchen auszuklinken:

Wir müssen einen anderen Weg suchen, wenn auch dieser Weg sehr bescheiden ist: Denn wir verzichten darauf, auf politischem Wege in die öffentlichen Verhältnisse verbessernd einzugreifen. Wir verzichten auf alle Bestrebungen, die auf gesetzgeberischem Weg die Verhältnisse zu bessern versuchen. Wir verzichten darauf, innerhalb der bürgerlichen Ordnung eine Rolle zu spielen. Wir gehen einen Weg, der sich scheinbar zurückgezogen isoliert, der scheinbar Flucht vor der Öffentlichkeit, Abkehr vom öffentlichen Leben ist. Denn wir wollen ein Leben aufbauen, das sich freimacht von der Eigengesetzlichkeit des offiziellen Volkskirchentums aller Art, soweit uns die Gnade dazu gegeben wird, und das nun in der Nachfolge Christi die Urgemeinde von Jerusalem zu verwirklichen versucht. Von einer inneren Einstimmigkeit, einer Einhelligkeit des Geistes her, stellen wir eine andersartige Wirklichkeit in die materiellen Dinge hinein - in die gesellschaftlichen, ökonomischen, kirchlichen und antikirchlichen Dinge (Hes.11,19-20).

Zahnd meint, dass es die „jetzige Aufgabe der Kirche“ sein, diese neue Realität konkret umzusetzen, „…um die Kirche wieder zu einer Gegenkultur zu machen.“ Viele Kirchen und Gemeinden fragen sich gerade, welche Rolle sie in der Gesellschaft einnehmen sollen – wie viele aber fragen sich, ob sie vielleicht überhaupt keine Rolle spielen, sondern sich davon befreien sollten? Möchtest du mit uns zusammen diesem Ruf folgen?

Kommentare

Über den Autor

Red Zimmerman

Red Zimmerman

Red Zimmerman lebt auf dem Woodcrest-Bruderhof und ist der Chefredakteur von Bruderhof.com.

Biografie lesen
Alle Autoren anzeigen

Bleib in Kontakt

mit dem kostenlosen Voices Blog Newsletter!

Leseempfehlungen

Alle anzeigen

Das könnte dich auch interessieren

Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Sag uns, was du darüber denkst

Bitte benutze das Formular, um uns zu sagen, was du denkst * Kommentare werden moderiert