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Wo ist das amerikanische Gewissen?

26. April 2018 von

Nach den von den USA geleiteten Luftangriffen auf Syrien am 14. April 2018 reflektiert der amerikanische Arzt Milton Zimmerman über das, was er die stillschweigende Akzeptanz von Ungerechtigkeit und Krieg im heutigen Amerika nennt – und darüber, was wir dagegen tun können.

Ich mache mir Sorgen, dass viele Amerikaner, wenn wir über Ungerechtigkeit in unserem eigenen Land reden, nicht merken, dass es wichtige Aspekte des Gewissens, der Menschenrechte und des Anstandes gibt, die wir fast völlig ignorieren.

Einer dieser Aspekte, die wir uns vor Augen führen müssen, ist das Töten von Menschen – von Mord, Selbstmord und Abtreibung bis hin zu Todesstrafe, aktiver Sterbehilfe und Krieg.

Polizei und Gerichte tun ihr Möglichstes, um Morde zu verhindern, und Psychiater versuchen, denen zu helfen, die von Suizidgedanken geplagt werden. Aber was ist mit den anderen vier?

Bei uns in den USA ist Abtreibung in durch ein Urteil des Höchsten Bundesgerichts im Jahr 1973 legal geworden, aber wir als Bevölkerung sind nach wie vor höchst gespalten in dieser Angelegenheit. Die Todesstrafe ist eine Ungerechtigkeit, die zunehmend kritisch betrachtet wird, und ich bete für den Tag, an dem Amerika zu den vielen anderen aufgeklärten Nationen gehören wird, die diese Strafe abgeschafft haben. Es ist überfällig. Ärztlich assistierter Suizid oder aktive Sterbehilfe sind weitere Pervertierungen des Arztberufes, dessen Wesen es ist, Gesundheit und Leben zu fördern, nicht auszulöschen.

Wie können wir die Vision früherer US-Präsidenten wiedererlangen, die Amerika nicht als Eroberer und Herrscher anderer Nationen sahen, sondern als Beispiel eines von Gott inspirierten Volkes?

Es ist aber der Krieg, der immer mehr zu einem zentralen Teil des amerikanischen Lebens und seiner finanziellen Grundlage geworden ist. Die Vereinigten Staaten sind momentan in mehr oder minder großem Umfang in Syrien, Irak, Afghanistan, Pakistan, Jemen, Palästina, der Ukraine, Niger, Somalia, Jordanien und Thailand involviert, entweder durch direkte militärische Aktionen oder durch Stellvertreter, die finanziell oder politisch unterstützt werden, oder durch die Lieferung von Waffen. Die Rechtfertigung für diese Kriege und unsere militärische Präsenz darin ist zweifelhaft, wenn nicht auch noch skrupellos.

Am Schlimmsten scheint mir, dass wir nach den kürzlich erfolgten Luftschlägen gegen Syrien immer mehr in einen offen Konflikt mit Russland hineinschliddern, oder vielleicht mit China, oder Nordkorea – vielleicht sogar einen Atomkrieg mit der möglichen Konsequenz eines nuklearen Winters. Ich habe vor Kurzem Daniel Ellsbergs neustes Buch gelesen: The Doomsday Machine: Confessions of a Nuclear War Planner. (Übersetzung: Die Weltvernichtungsmaschine: Bekenntnisse von einem, der den Atomkrieg geplant hatte.) Darin geht es um weitere 8000 Seiten aus Plänen der US-Regierung, die Ellsberg kopiert hatte, als er vor Jahrzehnten die Pentagon Papers an die Presse weitergereicht hatte. Was in diesem Buch steht, wird für die meisten Amerikaner neu sein – was unsere Regierung über siebzig Jahre lang als nuklearen Gegenschlag bzw. als Erstschlag geplant hatte! Wie viele von uns sind sich der sehr realen Möglichkeit eines Atomkriegs bewusst, der alles menschliche Leben auf der Erde zerstören könnte?

child in Syria

Erinnert sich denn niemand an die warnenden Worte John F. Kennedys, Martin Luther Kings und sogar George Washingtons in seiner Abschiedsrede von 1796? Kennedy und Washington waren weit davon entfernt, überzeugte Pazifisten zu sein, so wie ich es bin. Aber selbst sie erkannten die Gefahren von militärischen Bündnissen und auswärtigen Kriegen. Die Worte Martin Luther Kings haben vielleicht vor Kurzem, als wir dem 50. Jahrestag seiner Ermordung gedacht haben, nochmal etwas Aufmerksamkeit bekommen, aber wie viele denken wirklich darüber nach und fragen sich, was er wohl im Jahr 2018 zu sagen hätte?

Amerika hat sich verändert, aber leider nicht zum Guten. Wie können wir zurückfinden zu der Vision derer, die die Aufgabe Amerikas unter den anderen Nationen nicht als Eroberer und Beherrscher sahen, sondern als Beispiel eines von Gott inspirierten Volkes? Ich bin überzeugt, dass es das ist, was die meisten Amerikaner wirklich wollen – und was auch Gott will.

Nationalstaaten sind zu den Göttern der modernen westlichen Gesellschaft geworden, aber das ist unser Verderben. Als er zu dem Propheten Samuel spricht geht Gott sehr deutlich auf die Gefahr von Königreichen und Staaten ein: „Der HERR aber sprach zu Samuel: Hör auf die Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein.“ (1 Sam 8,7)

Ein weiser Rat – und bitter bereut, wer ihn scheut. Lasst uns nicht unseren wahren König verleugnen.

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