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Ein tiefer Schnitt – über Sensen und Weisheit

1. Februar 2018 von

Vor ein paar Jahren war ich gerade dabei, früh morgens mit der Sense unter einigen Pfirsichbäumen zu mähen. Beim Abwischen der Sense schnitt ich mich dann aus Versehen. Ich schaute frustriert auf meine Hand: Der Schnitt war ziemlich tief und tiefrotes Blut fing an hervorzuquellen. Ich dachte, ich würde mindestens eine Woche lang damit zu schaffen haben.

Dann habe ich mich an ein Gespräch erinnert, das ich früher mal mit einem Ehepaar geführt hatte, die zu den Ureinwohnern Amerikas gehörten – ich glaube, sie waren Irokesen. Sie erzählten mir die ein oder andere Weisheit aus ihren Überlieferungen. Die Frau erinnerte sich, wie ihre Vorfahren, wenn sie krank waren, durch eine Wiese voll Wildblumen gehen konnten und klar hören konnten, wie die Heilpflanze, die sie gerade brauchten, nach ihnen rief. Ich entschied mich, eine Variation davon auszuprobieren und sah mich in dem Obstgarten, den ich gerade am Mähen war, um. Und wirklich: Die glatten Blätter der Zaunwinde schienen mich einzuladen, also wickelte ich ein besonders schönes Exemplar fest um den Schnitt und ging fröhlich nach Hause, um zu frühstücken. Zu meinem Erstaunen war der Schnitt innerhalb von 24 Stunden fast vollständig geheilt.

Simon with a scythe

Ich fing an, mich zu fragen, was es noch für andere alte Weisheiten gab, die ich nicht genug beachtet hatte. Das Alte Testament sagt uns, dass wir zu Füßen der Alten sitzen sollen. Nicht um sie zu vergöttern, sondern um uns von ihnen ermutigen zu lassen und zu lernen, wie wir unser kurzes Leben auf dieser Erde besser leben können. Jeder von uns sollte weise Menschen suchen und Zeit mit ihnen verbringen. Das Wissen um Heilkräuter ist nur ein kleiner Teil ihres Vermächtnisses. Die Alten können uns in unseren Beziehungen helfen, sie können uns helfen, den Sinn von Sterblichkeit und Ewigkeit zu verstehen. Manchmal können uns Leute enttäuschen, die wir für weise gehalten hatten und dich sich dann vom Zeitgeist mitreißen lassen, aber wir können auf ihre Stärken blicken anstatt an strittigen Punkten hängen zu bleiben. Und wenn wir einen Menschen finden, der so standfest ist, dass die öffentliche Meinung ihrem Glauben nichts anhaben kann, dann haben wir einen echten Ratgeber gefunden.

All das ist für uns eine Chance zu heilen, die Wunden zu heilen, die enttäuschtes Vertrauen, Angst und Hass bei uns verursacht haben, die Abschürfungen durch Neid und Geschwätz und die nagende Angst vor der Zukunft. Es ist eine Chance, einen Schritt zurückzutreten und die Person zu sein, die wir zu sein berufen sind: Instrumente des Friedens. Das alte Sprichwort sagt: Stell dir vor, was du in 1000 Jahren tun wirst – und tue es heute. Oder, wie Augustinus schreibt: „Lerne zu tanzen, sonst werden die Engel nicht wissen, was sie mit dir anfangen sollen.“

Ein selbstverständlicher Teil davon ist Vergebung, sogar die schlimmsten Verletzungen: Die schreckliche Kindheit, die abwesenden Eltern, der untreue Ehepartner, der nicht vertrauenswürdige Pfarrer oder die enttäuschende Gemeinde. All das muss vergeben werden, damit nicht ein doppelter Schaden daraus wird.

Also ging ich am nächsten Morgen wieder mit meiner Sense zum Mähen raus und erinnerte mich daran, was Russell Means gesagt hatte: Jedes Mal, wenn ein wilder Vogel aus einem Baum fliegt, jede Bewegung eines Lebewesens, lehrt uns nicht nur etwas über die Natur, sondern auch über die Ewigkeit.

Wie ein weiser Mann einmal gesagt hat:

Von allen Wundern, die ich je gehört,
Scheint mir das größte, dass sich Menschen fürchten,
Da sie doch sehn, der Tod, das Schicksal aller,
Kommt, wann er kommen soll.

Nehmt euch Zeit, euer Herz mit Freude zu füllen, nicht mit Angst – egal, wie eure Lage ist. Füllt es bis es überfließt. So können wir unsere Menschlichkeit zurückerlangen.

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Über den Autor

Simon Mercer

Simon Mercer

Simon Mercer ist Tischler, Schweißer und Gärtner. Er lebt auf dem Maple Ridge-Bruderhof.

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