Leben in Gemeinschaft

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Leben in Gemeinschaft

Radikal anders?

4. Oktober 2018 von

Jessica, Timo und Annabel

Vor Kurzem waren drei junge Journalisten bei uns in Sannerz, um mehr über uns herauszufinden. Was denken wir eigentlich? Wie ist es eigentlich so auf einem Bruderhof? Und warum leben wir nicht einfach ganz normal, so wie alle anderen auch? Ich muss zugeben, ich war skeptisch. Da kommen also ein paar Leute, die für einige Tage mit uns mitleben und dann glauben, uns in die tiefsten Tiefen unseres Wesens durchschaut zu haben? Und ihre Einsichten der ganzen Welt verkünden? (Hier ist ihr Bericht.)

Es ist allerdings auch spannend zu sehen, wie man von Fremden erlebt wird. Nicht überraschend fallen die Äußerlichkeiten besonders ins Auge. Timo bekundet Sympathien für unsere Art zu leben, kann sich aber nicht von seinem Staubsauger aus den 70er Jahren trennen. Annabels Verhältnis zu Staubsaugern ist weniger eng und stellt kein Hindernis zum Leben in Gemeinschaft dar, dafür ist sie leidenschaftliche Drogerie-Shopperin und empfindet die Shampoosituation in Bruderhofbadezimmern als spartanisch und trist. Wow. Was es nicht alles gibt! Jessica fällt auf, dass wir sehr viel zusammen als Gemeinschaft machen und dass das auch bedeutet, um der Gemeinschaft willen auf etwas zu verzichten, was man persönlich vielleicht lieber gemacht hätte. Dass es nicht immer einfach ist, Ruhe und Zeit für sich selbst zu finden. Das kann ich eher nachvollziehen: Mein Weg hat mich durch buddhistische Einsiedeleien und Trappistenklöster geführt.

Spaß beiseite: Im Laufe der ganzen Angelegenheit haben wir Jessica, Annabel und Timo besser kennengelernt: Drei junge Menschen, deren Weg durchs Leben teilweise noch sehr offen ist und die sich fragen, wohin es gehen soll. Die sehr ehrliche Fragen stellen und (wie ich im Nachhinein feststelle) sehr offen über ihre Eindrücke geschrieben haben.

Drei reflektierte junge Menschen, die Jesus in ihrem Leben nachfolgen möchten – so wie ich das auch will. Warum hat mich Gott hierher geführt? Ich weiß es nicht. Das Aufgeben dessen, was einem lieb und teuer ist, hört und hört nicht auf. Aber mit jedem Aufgeben, wenn es von Herzen erfolgt ist, kommt auch ein Empfangen von etwas, das so unendlich über das hinausgeht, was losgelassen wurde, dass es ist, als hätte man einen Bausch Lametta eingetauscht gegen einen Klumpen Gold. Nur wenn es ans Aufgeben geht, will es einem mal just wieder nicht einfallen.

Ich war zu Unrecht skeptisch gewesen. Lest euch ihre Eindrücke durch, dann wisst ihr, was ich meine: bit.ly/2IBlRJZ

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