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Ehrenamtliche Arbeit in der COVID-19 Krise in New York

21. April 2020 von

humanitarian worker

Der Autor lebt derzeit in New York, wo er mit Samaritan‘s Purse, einer humanitären Hilfsorganisation, ein Feldlazarett für Patienten mit COVID-19 einrichtet.

Ich behaupte, dass angesichts dieser nationalen und internationalen Krise weder wütende politische Schlagzeilen noch ansteigende Kurven von Arbeitslosigkeit das Hervorstechende sein sollte. Nicht einmal COVID-19 Krankheits- und Todesfälle, so erschütternd sie sind, sollten das Gesicht dieser Krise sein. Vielmehr sollten ehrenamtliche Helfer das sein, was dieser weltweiten Krise ihr Gesicht verleiht. Diese Männer und Frauen opfern ihre Zeit und Kraft im Dienst an ihren Mitbürgern. Ich habe einige von ihnen hier in New York getroffen, und ich weiß, dass es sie überall gibt.

David, ein ehemaliger New Yorker Feuerwehrmann, der 2001 half, sich durch die rauchenden Trümmer des World Trade Centers zu graben, und nach dem Hurrikan Sandy 2012 die Häuser seiner Mitbürger freischaufelte, hat sich nun ehrenamtlich bereit erklärt, das Covid 19-Feldlazarett aufzubauen und einzurichten, das Samaritan‘s Purse zwischen der 97. und der 101. Straße betreiben wird. Er hat seine Zeit und Kraft unentgeltlich eingebracht, um beim Bau dieses Krankenhauses zu helfen, das den Druck, der auf dem Mount-Sinai-Krankenhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite lastet, zu verringern und er tut sein Bestes, dass seine Stadt überleben und gestärkt aus dieser Krise hervorgehen wird.

Whitney wohnt genau gegenüber der Straße, an der wir dieses Feldlazarett errichten, und er hat sich voller Energie in das Projekt eingebracht, indem er fröhlich Mulch auf Plastikschlitten schaufelte, um einen Weg durch den Schlamm zu schaffen, indem er die Leinen straffte, die die Zelte an ihrem Platz sichern, und indem er unzählige andere Aufgaben ausführte, die vielleicht unerledigt geblieben wären, wenn er und seine Töchter sie nicht gemacht hätten.

Ein Mann kam bei seinem täglichen Fitnesslauf auf Roller Blades vorbei, schnallte die Roller Blades ab und sechs Stunden lang mit. Am nächsten Tag war er wieder da, um weiterzuarbeiten. Auf Nachfragen hin gestand er, dass die Verpflegung, die eine örtliche Pizzeria kostenlos bereitstellte, eine große Rolle spielte – aber das schmälert seinen Beitrag bei der Arbeit nicht.

ehrenamtlicher Mitarbeiter

Diese Geschichten und die von unzähligen anderen Ehrenamtlichen in der vergangenen Woche zeugen von enormen Opfern, die jeder bereitwillig erbrachte, um sicherzustellen, dass seine Mitbürger so gut es geht versorgt werden. Ich wurde darauf hingewiesen, dass Opfer nicht bedeuten muss, dass man sein Leben verliert oder körperliche oder geistige Schäden davonträgt. Vielmehr ist jeder Tag eine einzigartige 24-Stunden-Erfahrung, die für selbstlose oder selbstsüchtige Ziele genutzt werden kann.

Bei Ostern geht es darum, sich an das Opfer zu erinnern, dass Gott für uns erbracht hat, und da ist es nur angemessen, die Opfer hervorzuheben, die in diesen Zeiten der Krise so offensichtlich sind. Es ist wichtig, die ehrenamtlich erbrachte Arbeit und die Opfer, die damit untrennbar verbunden sind, anzuerkennen: Dies wird der Grundstein für die Erholung dieses Landes (sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich) von der Geißel sein, die derzeit über es hinweggeht.

Während wir mit dieser Flut an Krankheitsfällen kämpfen, wäre es für alle von Vorteil, die täglichen Postings von Dr. Craig Smith zu lesen. Sie sind zum Äquivalent von Winston Churchills Radioansprachen während der dunkelsten Stunden Englands in den frühen 1940er Jahren geworden.

FeldlazarettBildnachweis: Samaritan‘s Purse

Als die Krankenhäuser die ersten Fälle dessen zu sehen bekamen, was zu einer Flut anschwellen würde, war Dr. Smiths erste Anweisung an seine Mitarbeiter einfach. Ohne die Übertreibungen, die das Sehvermögen vieler Entscheidungsträger trübt, aber dennoch die Schwere der sich entwickelnden Krise anerkennt, schrieb Dr. Smith am 20. März: „Beladen Sie die Schlitten, prüfen Sie die Stränge, füttern Sie Balto und dann vorwärts! Unsere Ladung muss Nome erreichen. Denken Sie daran, dass unsere Familien, Freunde und Nachbarn Angst haben, nichts tun können, keine Arbeit haben und sich machtlos fühlen …Wir machen weiter!“[1]

Dr. Smiths Aufruf zum Handeln erfordert Opfer, er erfordert, dass jeder Mitarbeiter des Gesundheitswesens und jeder andere dem Wohl der Allgemeinheit dient – kurz gesagt: ehrenamtliche Arbeit. Wir werden durch diese Krise hindurch kommen, wenn wir, wie die Ehrenamtlichen, mit denen ich gearbeitet habe, unsere eigenen Wünsche und unsere Sicherheit angesichts der großen allgemeinen Not hintenan stellen. Auf dem Kalender ist nur einmal im Jahr Ostern, aber das Wesen von Ostern – Opfer – ist ein Gut, das uns nicht ausgehen darf, wenn wir erfolgreich durch diese Pandemie hindurch kommen wollen.

[1] Smith, Craig. “Covid-19 Updates from Dr. Smith” Columbia University Irving Medical Center | Surgery. 20. März 2020. Abgerufen am 3. April 2020. columbiasurgery.org/news/covid-19-update-32020?mod=article_inline

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