Welt

Zeitgeschehen • Nachrichten • Politik
Kultur • Bücher • Filme

Welt

Die Kraft der Liebe gegen die Angst

5. März 2020 von

Turn of a Leaf, by Kenneth Alexander
Turn of a Leaf, von Kenneth Alexander

Durch die sich rasant ausbreitende Coronavirus-Pandemie kommt noch eine andere Gefahr auf uns zu: Eine zerstörerische Epidemie der Angst. Diese Angst ist real. Tausende Menschen werden auf allen Kontinenten unter Quarantäne gestellt (mit Ausnahme der Antarktis, wo Isolation der Normalzustand ist), und jeden Tag sterben viel zu viele an dieser Krankheit. Die Angst vor Tod und Leid ist eine universelle menschliche Erfahrung, unabhängig von Glauben, Kultur oder Zeit. Schon die Angst selbst ist ansteckend, und sie nährt sich vom Unbekannten und Unsichtbaren, von Misstrauen und Verunsicherung, die in unseren Herzen verborgen liegen. Diese Art von Angst wird keine Krise lösen; sie wird uns lähmen.

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“     2. Timotheus 1,7 (LUT)

Wie Paulus die frühen Nachfolger Jesu angewiesen hat, ist das Gegenmittel zu Furcht oder Angst die Kraft der Liebe, die uns zu klarem Denken und positivem Handeln befähigen wird. Wie können wir die Ärmel hochkrempeln und dazu beitragen, die Ausbreitung von Tod und Angst zu stoppen und zu vertreiben?

Wir müssen in Denken, Wort und Tat aktiv werden. Und wir müssen im Gebet aktiv werden.

Wir können mit Liebe und Einfühlungsvermögen an diejenigen denken, die unter der Einsamkeit der Isolation und der Angst vor dem Tod in China und inzwischen in der ganzen Welt leiden. Wir können die Vernunft nutzen, um uns auf die Ausbreitung einer sehr ansteckenden Krankheit vorzubereiten und sie zu verhindern. Wir können Worte des Mutes, des Glaubens und des Trostes zu jedem sprechen, der ängstlich ist oder geliebte Menschen hat, die von dieser Krankheit bedroht sind, und wir können uns gegen das Spiel der Schuldzuweisungen, gegen Angst und Hass aussprechen. Wir können beten, dass den Opfern und ihren Familien Kraft und Hilfe zuteil wird und dass sie in der Zeit ihrer Trauer und Sorgen Unterstützung erfahren. Wir können im Kleinen oder im Großen handeln, je nach unserer Position und unseren Fähigkeiten.

Einige werden das Risiko eingehen und die Kranken und Sterbenden unter Einsatz ihres eigenen Lebens pflegen, und einige, vielleicht sogar viele dieser Helden werden ihr Leben für ihre Mitmenschen hingeben, so wie der ursprüngliche „Whistleblower“ Dr. Li Wen Liang in der chinesischen Stadt Wuhan. Andere werden im Hintergrund Unterstützung leisten und dort Dienst tun, wo andere ihre Arbeit nicht tun konnten. Viele werden unzählige Stunden mit der Vorbereitung ihres Landes auf die Krise verbringen, einschließlich all jener, die als Ärzte und Pfleger, in der Polizei, der Bildung und anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes tätig sind.

Schließlich und vor allem können wir glauben, dass Gott die Kontrolle über alles hat, was in dieser Welt geschieht.

Wenn die Ausbreitung der Krankheit oder die Angst vor einer Ansteckung öffentliche Versammlungen in Kirchen und anderswo nicht mehr zulässt, können wir unsere Smartphones nehmen und hoffnungsvolle und unterstützende Themen wie Liebe und Einheit, anstelle Angst und Hass, verbreiten. Wir können für die Regierungen beten, sowohl vor Ort als auch in anderen Ländern, anstatt ihre Worte und Taten zu kritisieren und zu hinterfragen.

Diese Worte Jesu aus der Bergpredigt, Matthäus 6,25–33, sind so wichtig:

Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? … Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? …

Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? … Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

Schließlich und vor allem können wir glauben, dass Gott die Kontrolle über alles hat, was in dieser Welt geschieht und dass das Endergebnis ein Sieg für sein Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe sein wird, wo es keine Tränen, keinen Schmerz und keinen Tod mehr geben wird.


J. Heinrich Arnold ist Vater und Großvater sowie Pastor, Assistentsarzt, Lehrer und Musiker. Er lebt in Woodcrest, einem Bruderhof in Rifton, New York. Folge ihm auf Twitter: @JHeinrichArnold.

Kommentare

Bleib in Kontakt

mit dem kostenlosen Voices Blog Newsletter!

Leseempfehlungen

Alle anzeigen

Das könnte dich auch interessieren

Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen