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Gastbeitrag: Die Tür zu einer Unterwasserwelt

18. Juli 2019 von

Meine Liebe zu Natur und Wissenschaft geht auf meine Kindheit im Deer-Spring-Bruderhof in den sanften Hügeln der Berkshire Mountains im Nordwesten von Connecticut zurück. Schon als Kind wurde ich ermutigt, die natürliche Umgebung um mich herum zu erleben: Wälder erkunden, in Teichen und Bächen fischen, wandern, Vögel beobachten – alles, um die Natur „hautnah“ zu erleben. Jährliche Sommerausflüge zu den Stränden von Connecticut und Rhode Island haben meine Liebe zum Meer und allem, was darin steckt, geweckt. Die Gerüche, die Geräusche, der Geschmack des Salzwassers und die Herrlichkeit des Ozeans wurden ein Teil von mir und führten dazu, dass ich schließlich Meeresbiologie studierte.

Gruppe von Kindern, die Meerestiere halten

Ein paar Jahre, nachdem ich mit der High School fertig war, landete ich am Avery Point Marine Campus der University of Connecticut in Groton, wo ich einen Abschluss in Küstenwissenschaften anstrebte, einer Hybridform von Meeresbiologie und Umweltwissenschaften. Nach meinem Abschluss arbeitete ich als Wissenschaftler in mehreren Umweltlabors in Connecticut und Vermont.

Vor sechzehn Jahren landete ich hier in Charleston, South Carolina, als Marine Operations Manager in einem Meeresforschungslabor. Ich habe viele Aufgaben: Ich bin der Bootskapitän, Tierhaltungsspezialist, Feldversuchsdesigner, Bordbiologe, Glühbirnenauswechsler – was auch immer anfällt, ich mache es!

Aber der vielleicht beste Teil meiner Arbeit ist meine Aufgabe als Kommunikations- und Bildungskoordinator. Vor zehn Jahren haben wir ein Programm namens CORAL gestartet: Community Outreach Research And Learning. CORAL bringt die Schüler hier aus der Gegend auf innovative Weise mit Meeresbiologie in Kontakt: Wir bringen ein großes Aquarium, da wir „Touch-Tank“ nennen, in dem viele der örtlichen Meerestiere sind, direkt in die Schule. Nach einer kurzen Einführung in unsere örtliche Meeresumwelt und ein paar interessanten Fakten über jedes Tier dürfen die Schüler sie in die Hand nehmen und untersuchen. Je nachdem, was in der entsprechenden Jahreszeit verfügbar ist, können die Kinder alles hautnah erleben, von Stachelrochen und Pfeilschwanz- und Einsiedlerkrebsen, blauen oder Spinnenkrabben bis hin zu Kugelfischen, Seesternen und Seeigeln.

Ein kleines Mädchen mit einem Pfeilschwanzkrebs

Es gibt nur so viel, was man in einem Klassenzimmer oder aus einem Buch lernen kann, und mit der immer knapper werdenden Finanzierung von Ausflügen und Outdoor-Aktivitäten verpassen unsere Kinder einen unglaublich wichtigen Aspekt ihrer Ausbildung. CORAL hilft, diese Lücke zu schließen. Es macht mir immer wieder Freude, ein sechsjähriges Kind zum ersten Mal mit einem Pfeilschwanzkrebs zu sehen – diesen ultimativen evolutionären Überlebenskünstler – oder mit einer winzigen Diamantschildkröte, oder einen Zehnjährigen zu sehen, der vielleicht nur ein paar Kilometer von der Küste entfernt wohnt, und jetzt erlebt, wie einem Seestern ein fehlender Arm nachwächst. Einige dieser Tiere sehen wirklich aus wie aus einer anderen Welt, aber die anfängliche Angst wird fast immer durch Staunen und Freude überwunden.

Ich bin ungeheuer dankbar, dass ich meine Leidenschaft für die Natur, insbesondere für unsere lokale Meeresumwelt hier in der Küstenregion von South Carolina, mit anderen teilen kann. Alle Kinder haben eine angeborene Neugierde für alles, was lebt, ob sie es nun wissen oder nicht, und es ist mir eine Ehre, diese Neugierde fördern zu können. Ich hoffe, dass ihnen etwas von dieser Neugierde und Liebe zur Natur erhalten bleibt, während sie aufwachsen, und dass es ihnen hilft, sich besser um unsere Ozeane und diesen schönen blauen Planeten, den wir Zuhause nennen, zu kümmern.


Einer meiner Besuche bei Kindern wurde kürzlich auf unserem lokalen Fernsehkanal ausgestrahlt – zum Anschauen hier klicken.

Peter Meier ist auf dem Bruderhof aufgewachsen und ist heute Marine Operations Manager für das College of Charleston‘s Grice Marine Laboratory in Charleston, South Carolina.

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